MEMORY: Kiyohiko Kudo, IMAGINATIONEN: Carmen Steinmeier

Kiyohiko Kudo (Marimba solo), Carmen Steinmeier (Harfe solo)  

Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48143 Münster

Event organiser: GWK e.V., Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster, Deutschland

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Warteliste: karina.leckelt@lwl.org oder 0251-5913041

Event information

Kiyohiko Kudo, GWK-Förderpreisträger 2016, liebt den samtig-sonoren Klang der Marimba, eines noch sehr jungen Instruments. Mit seinen vier Schlägeln singt er – auf dem eigentlich perkussiven Instrument. So zaubert er wie mit Legato gespielte Melodien, lange dynamische Bögen, farbenreiche Cluster. Differenziert spielt er die Mehrstimmigkeit in den Bach-Chorälen oder die feierlich-erhabene Melodie über vollen Arpeggio-Harmonien in Barrios „Kathedrale“ heraus; den spanisch eingefärbten, hochvirtuosen Gesang der Violine Ysaÿes und Piazzollas/Sammuts „Libertango“ übersetzt er in so delikate wie expressive Schläge. Sensibilität, Kontemplation und Finesse verlangt Naitos „Erinnerung an die Wälder“. Sanftes Schwellen, Echos und Seufzer in den Wirbeln der Schlägel: der Wind streicht durch die Blätter des Waldes, der für die japanische Komponistin Zeitlosigkeit symbolisiert.

Carmen Steinmeier, GWK-Preisträgerin 2017, liebt den suggestiven Klang der Konzertharfe, ihre reiche Farbigkeit. Voll spielt sie den vielseitigen Charakter der Harfe aus, kommt sie den romantischen Erwartungen an ihr Instrument nach – und bricht doch das Klischee virtuos mit ihrem Programm, das die Seele, ganz unkitschig, streichelt und das Kopfkino mit intensiven Bildern illuminiert. In Smetanas „Moldau“ hört-sieht man die Quellen des Flusses perlen, sein Fließen und Anschwellen, Stromschnellen im majestätischen Glissando, die Uferlandschaften, wie die Moldau in die Elbe mündet. Eine Schlossherrin bei Fauré. Er überschrieb seine Miniatur mit einem Vers Paul Verlaines aus einem Gedicht, das seine Geliebte zur Heiligen und Schlossherrin (châtelaine) verklärt, die anmutig durch ihre Gemächer wandelt. Intim und fein Brittens Suite, die harfenistische Gemeinplätze vermeidet und der Harfe ein ursprüngliches, keltisches Pathos zurückgibt, etwas priesterlich Erhabenes in der Walisischen Melodie der Hymne am Schluss.



Kiyohiko Kudo Programm:
Johann Seb. Bach (1685–1750): Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 645 | Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 | Jesus bleibet meine Freude, BWV 147
Agustín Barrios (1885–1944): „La Catedral“
Akemi Naito (*1956): Memory of the Woods
Eugène Ysaÿe (1858–1931): Sonata Nr. 6
Eric Sammut/Astor Piazzolla (*1968): Libertango – Variations on Marimba (1997)

Carmen Steinmeier Programm:
Gabriel Fauré (1845–1924): Une châtelaine en sa tour, op.110
Benjamin Britten (1913–1976): Suite for Harp op. 83
Bedrich Smetana (1824–1884): Die Moldau (arr. Hanuš Trnecek)

Bildnachweis: Kiyohiko Kudo, Carmen Steinmeier

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